Sommer, Sonne, Sächsische Provinz6 Minuten Lesezeit

Während die AfD am 18. Juni in der „Sachsen Arena“ den zweiten Tag ihres Bundesparteitags durchführte, versammelten sich hunderte Antifaschist*innen am Hauptbahnhof, um gegen den Parteitag zu demonstrieren.
Trotz der bereits am Vormittag herrschenden, brennenden Hitze reisten zahlreiche Demonstrant*innen unter anderem aus Leipzig, Dresden und Chemnitz an.

Bild: LZO

Direkt nach Ankunft der Anreise aus Leipzig wurde ein Antifaschist von der Polizei abgeführt und in einer polizeilichen Maßnahme durchsucht.
Ein breites Bündnis aus antifaschistischen Organisationen und Gruppen hatte zum Protest aufgerufen. Unter anderem beteiligten sich das Aktionsbündnis „AfD Adé“, die Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund deutscher Antifaschistinnen und Antifaschisten (VVN-BdA), Attac, Leipzig nimmt Platz, die Partei DIE LINKE, der CSD Riesa, postost migrantifa, Fridays for Future Leipzig, Aktion Antifa Leipzig und Wir sind alle Linx.

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Die Demonstration startete mit Redebeiträgen über die rassistische Normalität in Sachsen und die diskriminierenden Positionen der „Alternative für Deutschland“.
Mit mehreren hundert Teilnehmer*innen setzte sich die Demonstration anschließend in Bewegung, angeführt von den „Omas gegen Rechts“.

Zahlreiche Polizist*innen begleiteten die Demonstrant*innen. Bereits bei der Anreise kontrollierte die Bundespolizei zahlreiche Bahnhöfe, um Störungen während der An- und Abreise zu verhindern.

Vor der Sachsen Arena fand die Zwischenkundgebung der Demonstration gegen den Parteitag statt. Hier wurden erneut zahlreiche Redebeiträge gehalten. Unter anderem über die Bedrohung von queeren Menschen in der sächsischen Provinz.
Auch die wöchentlichen Aufmärsche der Querdenken-Bewegung wurden thematisiert.
Der Grünen-Politiker Jürgen Kasek berichtete über die teils erfolgreichen Proteste in Leipzig und rief dazu auf, sich auch weiterhin den Rechten und Antisemit*innen entgegenzustellen.

„Die AfD ist keine Alternative und auch keine demokratische Partei.“

Jürgen Kasek von „Leipzig nimmt Platz“
Bild: LZO

Die Teilnehmer*innen forderten konsequenten Antifaschismus und eine solidarische, offene Gesellschaft, in der kein Platz für Diskriminierung und faschistischen Gedankengut ist. Viele der Demonstrierenden suchte im Schatten Schutz vor der Sonne.

Kurz bevor der Aufzug sich auf den Rückweg zum Hauptbahnhof machen wollte, zeigte eine Person aus einem vorbeifahrenden Auto einen Hitlergruß und rief „Heil Hitler“. Die Polizei griff nicht ein, obwohl sie mit drei Einsatzfahrzeugen daneben stand. Auf dem Rückweg wurde dann erneut von einer Passantin ein Hitlergruß gezeigt. Die Polizei nahm die Personalien der 49-jährigen Frau auf und leitete ein Verfahren wegen Verwendens von Kennzeichnen verfassungswidriger Organisationen ein.

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Die Organisator*innen bedankten sich für die Teilnahme und den erfolgreichen Protest. Auch die Polizei zog ein positives Fazit. Es sei ruhig und friedlich verlaufen, meinte Marko Laske, Sprecher der Polizeidirektion Dresden gegenüber dem Mitteldeutschen Rundfunk.

LZO Redaktion

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