Ludendorffer raus aus Dorfmark5 Minuten Lesezeit

Seit mehr als 40 Jahren trifft sich der “Bund der Gotterkenntnis” auch bekannt als die Ludendorffer Nazis im kleinen Dorfmark in der Heide. Sie tagen immer in der Osterzeit, wobei sie rassistisches, antisemitisches und fremdenfeindliches Gedankengut weitertragen. Dieses Jahr findet allerdings zum 9. Mal in Folge eine antifaschistische Osterdemonstration statt. Diese Demonstrationen konnten den Neonazis schon in den vorherigen Jahren ihre Bewegungsfreiheit im Dorf nehmen und waren mit Erfolgen verbunden. Die Zahl der Antifaschist*innen steigt jährlich. Der Protest wächst und damit auch die Aufklärungsarbeit. Die Aktivist*innen haben unter anderem erreicht, dass mehrere Gasthäuser, Pensionen und Kneipen den Ludendorfer Nazis keinen Zutritt und keine Herberge mehr bieten.
Dies hat zur Folge, dass immer weniger Neonazis das Dorf besuchen. Die vermeintlich letzte Anlaufstelle ist das Gasthaus “Zur Post”, wo 2019 hunderte verbotene Waffen und NS-Devotionalien sichergestellt wurden. Bei den “Ostertagungen” der Neonazis nahmen in der Vergangenheit auch bundesweit bekannte Nazis wie der sogenannte “Volkslehrer” Nikolai Nerling oder auch Wolfram Schiedewitz teil.

Letztes Jahr fand die Tagung der Ludendorffer erstmalig nicht statt. Die antifaschistische Demonstration ließ sich allerdings nicht davon abhalten, dennoch durch das Dorf zu ziehen und den Protest auf die Straße zu bringen. Grund dafür ist, dass Ludendorffer Neonazis im unmittelbaren Umfeld von Dorfmark leben und auch im Dorf selbst Neonazis ansässig sind, was nicht unwidersprochen bleiben sollte.
Unter diesen findet sich das lokale Neonazi-Paar Norman Kaiser und Melanie Gersch, welche ebenfalls seit Jahren eine Herberge für befreundete Nazi-Gruppen wie „Freundeskreis Thüringen/Niedersachsen“ oder „Kollektiv Nordharz“ bieten und die Demonstration beleidigen und bedrohen.

Im Jahr 2023 sollen zwei Demonstrationen stattfinden. Eine am 9. April und eine am 15. April. Grund dafür sind vertrauliche Meldungen, die besagten, dass die Neonazis diese beiden Daten als mögliche Tagungstage bei der Polizei angaben.

Demonstration am 9. April

Schon bei Ankunft verschiedenster Bahnanreisen wurden die Antifaschist*innen von der Polizei gefilmt. Die circa 250 Teilnehmer*innen blieben allerdings die gesamte Demonstration über friedlich. Zahlreiche Redebeiträge und Zwischenkundgebungen machten im Dorf darauf aufmerksam, welche und wie viele Nazis in Dorfmark bekanntermaßen ansässig sind. Die Zustände würden sich durch den Zuzug verschiedenster Neonazis verschlimmern.
Einzelne Anwohner*innen bepöbelten gezielt die Demonstration, während sich andere bedankten. Die Pressefreiheit wurde zeitweise eingeschränkt, als sich die Demonstration dem Wohnhaus von Norman Kaiser Und Melanie Gersch näherte. Nachdem die Ludendorffer am heutigen Tag nicht in das Dorf in der Heide kamen, machten Redner*innen auf die Demonstration in der kommenden Woche aufmerksam. Verschiedenste Quellen der Antifaschist*innen berichten davon, dass dies das Ausweichdatum der Nazis sei. Zum Schluss gab es bei der Endkundgebung am Gasthaus “Zur Post” noch Kaffee und Kuchen.

Rio Turner

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