CSD Gera4 Minuten Lesezeit

Mit 450 Personen zog der CSD am Samstag, den 30.09.2023, durch die thüringische Stadt Gera. Um 12 Uhr wurde die Standkundgebung auf “Geras neuer Mitte” eröffnet. Etwa 45 min später ging es dort mit Umzug durch die Stadt los. Die Route der Demonstration erstreckte sich fast über die gesamte Stadt, sodass die Teilnehmer*innen erst gegen 15 Uhr wieder an Geras neuer Mitte eintrafen, um dort den Auftritten verschiedensten eingeladener Musiker*innen zu lauschen, sich an verschiedenen Ständen Informationsartikel einzuholen oder auch Getränke und Snacks zu genießen. 

Bild: Rio Turner

Die Reden des Geraer Christopher Street Days waren im Gegensatz zum letzten Jahr deutlich politischer. An mehreren Stellen wurde darauf aufmerksam gemacht, dass der Rechtsruck weiter voranschreite und auch die Gewalt gegen queere Menschen zunehme.
Die zunehmende Gewalt und queerfeindliche Stimmung, die sich in Teiler der Gesellschaft verbreitet, sei auch ein Grund dafür, dass sich die Teilnehmer*innezahl im Gegensatz zum letzten Jahr halbiert habe.

Im letzten Jahr gab bei mehreren queeren Veranstaltungen in Gera Bedrohungssituationen, bei denen Böller in Richtung der Demonstrationen geworfen wurden. Auch dieses Jahr kam es wieder zu Anfeindungen auf der Straße und zur Präsenz von ehemaligen Mitgliedern der neonazistischen „Neuen Stärke Partei“. Dennoch hatte man dieses Jahr das Gefühl, dass die Polizeipräsenz zugenommen hatte, um mehr Sicherheit zu gewährleisten. So wurden mehrere Personen aus dem Wismutes Hooligan Spektrum und bekannte Personen aus dem Umfeld der verschwörungsideologischen Szene in Maßnahmen genommen und bekamen teils Gefährderansprachen durch die Polizei.

Bild: Rio Turner

Gegen Ende der Demonstration kam es zu einer polizeilichen Maßnahme. Von einer Person, die zuvor Sticker an das Büro der rechtsradikalen AfD geklebt hatte, wurden die Personalien aufgenommen.
Insgesamt verlief die Kundgebung und der Demonstrationszug weitestgehend störungsfrei. Nach dem CSD konnten sich die Teilnehmer*innen an gleich zwei Veranstaltungen beteiligen. Zum einen fand ein Konzert in der Häselburg, organisiert vom „Feministischen Kollektiv Gera“, und zum anderen eine CSD-Afterparty im Seven statt. Die Stimmung in der Häselburg war durchgehend etwas angespannt. Dies lag vor allem an der Präsenz der Neonazis im Umfeld des CSD, da diese zuletzt beim „Antifaschistischen Ratschlag“ versucht hatten, in die Häselburg einzudringen. Der Abend verlief jedoch ohne Zwischenfälle.

Rio Turner

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