Blockade endet mit Pfefferspray-Einsatz4 Minuten Lesezeit

Unter dem Motto “Omas gegen Rechts machen Lärm” fand am Montag, dem 20. Februar, eine Kundgebung am Rathausplatz in Hamburg statt. Die Organisator*innen riefen dazu auf, die Veranstaltung “Fraktion im Dialog” der AfD zu stören, bei der Beatrix von Storch zu Gast war.

Bild: Rio Turner


Im Aufruf der Hamburger AfD hieß es, die Ampel würde Deutschland und Hamburg ruinieren. Bereits 2016 war die Abgeordnete der rechtspopulistischen Partei in Hamburg zu Gast, wo sie mit einer Torte beworfen wurde. Damals sprach sie davon, dass die Polizei an den Grenzen auf Frauen und Kinder schießen solle.

Kurz nachdem die Kundgebung der Omas gegen Rechts vor dem Rathaus startete, wurden die Teilnehmer*innen des Platzes verwiesen, da sie die Eingangstore zum Rathaus blockierten. Wenig später löste sich aus einer Seitengasse eine Spontandemonstration, die sich wieder direkt vor dem Haupteingang positionierte. Lautstark blockierten sie den Eingang, woraufhin die meisten Besucher*innen der AfD-Veranstaltung beim Anblick wieder umkehrten. Einige wenige durften passieren, andere wurden zum Nebeneingang geführt. Durchsagen der Polizei wurden lautstark übertönt.

Bild: Rio Turner

Nach der dritten Durchsagen begannen die Beamt*innen mit der Räumung des Rathausplatzes und drängten die Demonstration bis in eine kleine Nebenstraße. Dabei setzte die Polizei neben Pfefferspray auch Schlagstöcke und grobe körperliche Gewalt ein, wodurch die Demonstrant*innen auseinander an Wände und Zäune getrieben wurden. Auch Journalist*innen wurden vom Pfeffersprayeinsatz nicht verschont. Währenddessen blieb der Eingang des Rathauses unbewacht, wo sich eine Kleingruppe von 10-15 Menschen erneut positionieren konnte. Diese wurden wenig später ebenfalls von der Polizei weggedrängt.

Bild: Rio Turner

Aufgrund von Verletzungen durch den gewaltvollen Polizeieinsatz mussten mehrere Personen von hinzugerufenen Sanitäter*innen versorgt werden. Mindestens eine Person wurde laut Zeugenaussagen festgenommen. Die insgesamt 150 Teilnehmer*innen lösten sich wenig später auf.
Die Veranstalter*innen der Kundgebung bedankten sich beim entschlossenen Protest. Er hätte gezeigt, dass das Auftreten der AfD nicht unwidersprochen bleibt.

LZO Redaktion

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