Antirepressionsdemo: „Lasst Jule in Ruhe“5 Minuten Lesezeit

Am 23. September versammelten sich in Frankfurt am Main mehrere hundert
Personen, um gemeinsam gegen die polizeiliche Überwachung der 18-jährigen Pressesprecherin Jule Liebig zu demonstrieren.

Bild: Armilla Brandt

Jule nimmt als Pressesprecherin eine wichtige Rolle innerhalb der linken Bewegung von Frankfurt ein. Immer wieder vertrat sie linke Projekte and Aktionen mit ihrem Gesicht gegenüber den Medien und der Presse.
Innerhalb der letzten Woche wurde die Aktivistin allerdings über einen längeren Zeitraum von der Polizei beschattet, nahezu täglich kontrolliert und schikaniert.
Aus diesen Grund hatte die neugegründere Gruppe „Solikreis Jule Liebig“ bundesweit zu einer
solidarischen Antirepressions-Demonstration am Kaisersack in Frankfurt geladen.

Versammlung nimmt ruhigen Verlauf

Bereits mehrere Stunden vor dem angemeldeten Beginn der Versammlung war rund um den Startpunkt der Demonstration ein erhöhtes Polizeiaufgebot zu erkennen. An nahezu jeder Straßenecke waren mit Helmen ausgerüstete Bereitschaftspolizist*innen anzutreffen, auf jedem Parkplatz standen Einsatzwagen der Beweissicherungs- und Festnahmeeinheit (BFE). Durch die Straßen patrouillierten vereinzelt Polizist*innen auf Motorrädern.

Über einen Lautsprecherwagen wurden zu Beginn diverse Reden und Solidaritätsbekundungen linksradikaler Gruppen aus Frankfurt und Umgebung verlesen. Das Bündnis „Block NSP“ kritisierte in einem Redebeitrag die Hausdurchsuchungen, die in Verbindung mit der Blockade des Naziaufmarsches der „Neuen Stärke Partei“ am 16.07.2022 standen.
Relativ zügig stellte sich die Versammlung nach Ende der letzten Rede auf, um mit lauten Parolen und schnellen Schrittes in Richtung Eurotower loszuziehen.

Bild: Armilla Brandt

Ohne Zwischenfälle lief die Versammlung von dort bis zum Willy-Brandt-Platz, wo eine Zwischenkundgebung mit zwei weiteren Reden stattfand. An diesem Ort bekam die Demonstration Aufmerksamkeit und Zustimmung durch viele Passant*innen. Vereinzelt war jedoch auch Unverständnis gegenüber den Aktivist*innen zu vernehmen.


Auf dem Weg zum Schlusspunkt wurde ein Rauchtopf gezündet, welcher aber im späteren Verlauf der Versammlung keine Rolle mehr spielte. Die Abschlusskundgebung vor dem Zoo bestand dann nur noch aus einer kurzen Rede, nach welcher sich ein Großteil der ehemaligen Versammlungsteilnehmer*innen direkt in die dortige U-Bahn-Station bewegte.

Trotz eines massiven Polizeiaufgebots konnten die wenigen hundert Aktivist*innen sich
selbstbestimmt die Straße nehmen und ihrer Wut auf die vorherrschende Repression Ausdruck verleihen.

Armilla Brandt

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