„An uns bricht eure Nadel“3 Minuten Lesezeit

Vergangenen Samstag, den 09.04., liefen in Chemnitz knapp 300 Coronaleugner*innen zu einer groß angelegten Demonstration am Karl Marx Kopf auf, um gegen eine Impfpflicht und die aktuellen Corona-Maßnahmen zu demonstrieren.

Die Veranstalter*innen rechneten wohl mit einer deutlich größeren Beteiligung, da genug Lautsprecherboxen aufgestellt wurden, um den gesamten Platz zu beschallen und ein ganzer LKW als Bühne angemietet wurde.
Die Teilnehmer*innen bestanden aus einer Mischung aus Esoteriker*innen und Neonazis, welche mit mehreren Fahnen der Freien Sachsen und einem Banner der Identitäten Bewegung das optische Bild der Demonstration dominierten.

Bild: Wilhelm Bold

Die Auftaktkundgebung gestaltete sich langwierig mit einer unvorbereiteten Moderation und Redebeiträgen, deren Thesen nicht ganz klar waren. Eine Rednerin von „Studenten Stehen Auf“ erläuterte ihre Angst und die angebliche Diskriminierung ihr gegenüber als ungeimpfte, maskenlose Person. Weitere Beiträge glorifizierten lediglich die eigene Bewegung und drückten den eigenen Stolz darüber aus. Dazu kamen die inzwischen schon gewohnten Diktaturen- und NS-Vergleiche sowie die Behauptung, dass der „Widerstand“ deutschlandweit gigantisch und die überwiegende Mehrheit der Bevölkerung eigentlich auf der eigenen Seite wäre.
Als musikalische Unterstützung dieser haltlosen Aussage spielte eine Musikerin eine teilweise umgedichtete und eingedeutschte Version des chilenischen Liedes „El Pueblo Unido Jamás Será Vencido“, welches vor allem unter dem Pinochet-Regime als Hymne des Widerstandes verwendet wurde.

Eine der letzten Reden wurde von einem „Nils aus Leipzig“, genauer gesagt Nils Wehner gehalten. Dieser ist einer der Hauptorganisatoren hinter Querdenken 341 und einer Vielzahl Schwurbeldemos in Leipzig seit 2020 und hat diverse Verbindungen zur radikalen Rechten.

Bild: Wilhelm Bold

Nach Beenden der Auftaktkundgebung, viele Menschen waren schon gegangen, zog ein Demonstrationszug mit kaum 150 Menschen durch die Chemnitzer Innenstadt. Organisierter Gegenprotest war nicht vorhanden, allerdings wurde die Versammlung von mehreren Menschen kritisch beobachtet und begleitet.

LZO Redaktion

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